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Physiotherapie in der Pädiatrie

Physiotherapie in der Pädiatrie wird von PhysiotherapeutInnen mit fundiertem medizinischem Fachwissen und mit neurophysiologischen Zusatzqualifikation durchgeführt. Das Wissensspektrum schließt unter anderem folgende Kenntnisse ein:

  • Neuroanatomische, neurophysiologische Aspekte der sensomotorischen Entwicklung
  • Wissen über die sensomotorisch-kognitive, psychisch-, sozio- emotionale Entwicklung und deren Bedingungen, Normvarianten, Pathologien
  • Wissen über Wahrnehmungsverarbeitungsprozesse und deren Signifikanz für die kindliche Entwicklung
  • Kenntnisse über Spielentwicklung und Lerntheorien (z. B. motorisches Lernen)
  • Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion für die kindliche Entwicklung
  • Durchführung standardisierter Testverfahren, gezielte Beobachtungsverfahren, Entwicklungsdiagnostik, Bewegungsanalysen

PT kommt zum Einsatz bei Frühgeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern bzw. Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr mit neurologischen, psychiatrischen, internistischen, orthopädischen, kieferorthopädischen oder chirurgischen Diagnosen.

Voraussetzung für die Behandlung im Kindes- und Jugendalter ist die ärztliche Verordnung.

Physiotherapie wird durchgeführt bei:

  • Entwicklungsverzögerungen/Entwicklungsauffälligkeiten, um der Gefährdung der Gesundheit eines Kindes entgegenzuwirken
  • Bewegungsstörungen
  • Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Oder wenn ein Kind bereits von einer Behinderung /Erkrankung betroffen ist

Therapieprinzipien

Übergeordnetes Ziel ist die größtmögliche Selbständigkeit und Handlungskompetenz im Alltag so wie die Integration des Kindes in die Familie und in sein soziales Umfeld.

Dabei werden der derzeitigen körperliche, geistige und emotionale Entwicklungsstand des Kindes, seine Bedürfnisse, Fähigkeiten, Störungen und Kompensationsmöglichkeiten berücksichtigt. Physiotherapie ermöglicht dem Kind durch eine adaptierte Umgebung und individuell auf das Kind abgestimmte Aktivitäten seine Umwelt nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten und zu verändern. Dadurch werden Motivation und Selbstbewußtsein erhöht und Gelegenheit für sinnvolles freudiges Lernen und Handeln -Voraussetzung für Weiterentwicklung -geschaffen.

Physiotherapie orientiert sich individuell an der Entwicklung des Kindes im alltagsnahen Kontext.

Kooperation mit Eltern:

Die Kooperation mit Eltern spielt eine wichtige Rolle in der physiotherapeutischen Behandlung. Nur durch eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern können die gemeinsam formulierten Therapieziele zuverlässig erreicht werden.

Elternarbeit kann darin bestehen, die familiären Ressourcen zu stärken, Verständnis für die Besonderheiten der kindlichen Entwicklung und die Stärken des Kindes zu wecken und nicht nur seine Probleme zu sehen.

Elternberatung beinhaltet aber auch die direkte Anleitung im täglichen Umgang mit dem Kind (Handling), die Anwesenheit der Eltern während der Therapie, Elterngespräche , Hilfsmittelberatung und -anpassung.

Auf jeden Fall sind Eltern an allen therapeutischen Entscheidungsprozessen beteiligt.

Indikationen:

  • Sensomotorische Entwicklungsverzögerungen
  • Frühgeburtlichkeit
  • Koordinationsstörungen (Fein-und Großmotorik)
  • Wahrnehmungsstörungen (sensorische Integrationsstörungen)
  • Schreibabies
  • Cerebralparesen
  • Geistige Behinderungen
  • Anfallsleiden
  • Syndrome (z. B. Morbus Down, Pierre Robin, Rett-Syndrom)
  • Fütter-und Ess-und Schluckstörungen
  • Verzögerte Sprachentwicklung
  • Sinnesbehinderungen (Blindheit, Taubheit)
  • Beeinträchtigung der Handlungskompetenz und Alltagsbewältigung aufgrund von Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen
  • Beeinträchtigung von Kommunikation und sozialer Kompetenz
  • Autismus
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Muskelerkrankungen
  • Geburtstraumata (z. B. Plexusparesen)
  • Fehlbildungen
  • Schädel-Hirn-Traumata
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Mukoviszidose)
  • Psychische, psychosomatische Erkrankungen (Aggression, Angst, Depression, Hyperaktivität, Antriebslosigkeit)
  • ...

Interdisziplinäre Teamarbeit:

Der interdisziplinäre Austausch (Kinderarzt, Erzieherinnen ,Pädagogen, Psychologen, andere Therapeuten) ist bedeutungsvoll für Therapieplanung/-verlauf und sämtliche damit in Verbindung stehenden Entscheidungen.

Die Behandlung erfolgt unter anderem nach den Behandlungskonzepten von:

  • Bobath
  • Vojta
  • Castillo-Morales-Therapie
  • Affolter
  • Sensorische Integrationstherapie nach Jean Ayres
  • Psychomotorik
  • Manuelle Therapie (bei Kindern)
  • Atemtherapie
  • Osteopathie
  • Craniosacrale Therapie
  • Feldenkrais
  • Kinder-Rückenschule
  • ...